Die Preisträger des 5. Oberfränkischen Innovationspreis

Der 1. Preis (dotiert mit 20.000 €) geht an

EBITSCHenergietechnik GmbH
Saisonspeicher SE30

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- Sonnenenergie wird für Brauchwasser und Heizung genutzt
- Herstellung eines liegenden Speichers durch eine horizontale Wärmeschichtung
- Installation sowohl im Neu- als auch im Altbau möglich

Umweltfreundliche Technologien und erneuerbare Energien werden immer bedeutender - besonders beim Hausbau. Die Umwelt schonen und die eigenen Strom- und Heizkosten reduzieren, ist die Divise beim Bau von Passiv- und Aktivhäusern. EBITSCHenergietechnik GmbH hat einen Speicher entwickelt, mit dem eine Versorgung von Brauchwasser und Heizung zu 100% mit Sonnenenergie möglich ist.
Heizungsanlagen in unseren Breitengraden brauchen für möglichst hohe Deckungsgrade einen großen und gut gedämmten Pufferspeicher, damit die gewonnene Wärme langfristig gespeichert und auch im Winter genutzt werden kann. Diese Technik gibt es schon länger, jedoch nur in unpraktischer Form und mit großen Aufwand realisierbar. Die horizontale Wärmeschichtung, die zum Patent angemeldet ist, erlaubte die Herstellung eines liegenden Speichers. Der Saisonspeicher SE30 ermöglicht einen unkomplizierten Einbau im Erdreich, unter oder neben dem Gebäude sowie im Gebäude oder im Freien. Somit kann der Speicher nicht nur in Neubauten, sondern auch in Altbauten eingebaut werden.
Der Saisonspeicher SE30 wird aus GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff) hergestellt und besitzt dadurch eine um den Faktor 80 kleinere Wärmeleitfähigkeit als Stahl. Das deutlich geringere Gewicht im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten erleichtert die Handhabung, wodurch die Transport- und Einbaukosten gesenkt werden konnten. Auf Grund der Integration mehrerer Systeme (Ausdehnungsgefäß, Heiz- und Brauchwasseraufbereitung, Systemtrennung, Steuerung) kann auf einen separaten Heizungsraum verzichtet werden, womit wiederum Kosten gespart werden.
Durch die thermische Trennung von einzelnen Speicherbereichen können die Kammern gleichzeitig zur Wärme- und Kältespeicherung genutzt werden. Somit dient erstmals ein Speicher im Sommer sowohl der Brauchwasseraufbreitung als auch der Gebäudekühlung.
Die innere Speicherverrohrung konnte auf Grund der räumlichen Nähe der einzelnen Bestandteile stark reduziert werden. Durch die Reduzierung der Anbindungsanschlüsse auf maximal 3 Paare (Solar-Brauchwasser-Heizung) wird der Spielraum für mögliche Installationsfehler minimiert. Die Netzwerkfähigkeit der integrierten Steuerung gewährleistet eine Ferndiagnose und Wartung.
Seit Ende der 1980er Jahren beschäftigt sich die Firma EBITSCHenergietechnik GmbH aus Überzeugung mit umweltfreundlichen Technologien. Ursprünglich arbeitete die Firma an Anlagen zur Warmwasseraufbereitung; heute hat sie auch Anlagen zur Stromerzeugung, Luftkollektoren, Windräder und Pflanzenöl-BHKWs sowie Elektrofahrzeuge und Solare Kühlung im Angebot. Um diese neue Technik zeigen zu können, hat das Unternehmen ein Musterhaus (solarAKTIVhaus) in Breitengüßbach gebaut. Und zwei weitere Projekte wurden bereits mit dem Saisonspeicher SE30 realisiert. Für die Entwicklung dieses Speichers erhielt EBITSCHenergietechnik GbmH den Erfinderpreis 2011 der Handwerkskammer Oberfranken und den Bayerischen Staatspreis 2011 für technische Innovationen. Im August dieses Jahres erfolgte die Markteinführung.

Vier weitere Preise (mit je 7.500 € dotiert) gehen an

isomorph Deutschland GmbH
konzentriertes lineares Spiegelsystem = "LinearSpiegel"-Solarthermie

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- Der Linearspiegel ist ein konzentriertes Spiegelsystem und kann zur Heizungsunterstützung und Nutzwassererwärmung bis zu 100°C derzeit genutzt werden = Solarthermie
- Die Anwender können sowohl aus dem privaten als auch gewerblichen Bereich stammen
- Der Linearspiegel ist CO2 Ausstoß frei und nahezu 100% wiederverwertbar

Bamberg. Bei zunehmenden Energieverbrauch und begrenzten fossilen Brennstoffen muss ein Umdenken hin zu alternativen Energieressourcen stattfinden. Die Firma isomorph Deutschland GmbH hat einen LinearSpiegel entwickelt, um mit solarer Energie Wärme erzeugen zu können.
Der LinearSpiegel ist ein konzentriertes lineares Spiegelsystem, das der Erzeugung von Wärme dient. Das System besteht aus einer Matrix 24 ebener Spiegel aus Aluminium. Die Oberflächen der Spiegel reflektieren das Sonnenlicht auf einen Empfänger. Jeder Spiegel ist auf einer festgelegten Position auf einer Achse montiert und jeweils mit den anderen Spiegeln linear verbunden. Für das gesamte Nachführsystem werden nur zwei Motoren benötigt: ein Motor für die Sonnenbewegung Ost-West und ein zweiter Motor für die automatische Steuerung der Neigung der Matrix. Damit kann die Matrix an den Winkel der Sonneneinstrahlung angepasst werden und eine maximale Leistung zur Energieerzeugung ist gewährleistet.
Mit diesem Nachführsystem wird Sommer wie Winter eine Heizleistung und Brauchwasserunterstützung von bis zu 4,5 kWp erreicht. Damit kann das System im Gegensatz zu den herkömmlichen Systemen auch in der ungünstigen Jahreszeit dezentral bis zu 100°C heißes Wasser bereitstellen. Mit einem entsprechenden Pufferspeicher kann eine autonome Energieversorgung gewährleistet werden. Der LinearSpiegel produziert bei einer Flächenannahme der Spiegel von rund 7,2 qm doppelt so viel thermische Energie wie andere Systeme. Bei Nichtabnahmemöglichkeit der Energie im Sommer wird das System in Parkposition gefahren und produziert somit keinen Energieüberschuss.
Der LinearSpiegel kann auf ebenen Flächen, Flachdächern und nach Prüfung auch auf geneigten Flächen aufgestellt werden. Als Einsatzgebiet kann der LinearSpiegel neben der Solarthermie, Prozesswärme, Solar-Kühlung, Strom mittels Dampturbine und in naher Zukunft auch Strom mittels CPV (konzentrierter Photovoltaik-Zellen) als Hybrid (Wärme und Strom in Einem) produzieren.
Da der LinearSpiegel aus einer verzinkten Stahlkonstruktion und Aluminium besteht, ist er nahezu 100 % wiederverwertbar. Der LinearSpiegel ist durch die Einzelkomponenten der Steuerung und der Motoren wartungsarm, Ressourcen schonend und nachhaltig. Der LinearSpiegel der Firma isomorph Deutschland GmbH trägt zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes aktiv bei, kann die bisherige Verbrennung von Erdöl und Erdgas dauerhaft reduzieren und beugt der weiteren fortschreitenden Erderwärmung vor. Der LinearSpiegel kann sowohl von Privat- als auch gewerblichen Anwendern in bestehende Heizungs- und Nutzwassersysteme integriert werden.
Im Jahr 2004 wurde isomorph s.r.l - Italien von Dr. Hans Graßmann in Italien gegründet, um unter anderem eine effiziente Nutzung erneuerbarer Energien zu erforschen. Isomorph Deutschland GmbH wurde im Juni 2010 von den beiden Brüdern Dr. rer. nat. Hans Graßmann und Dipl.-Ing. (FH) Matthias Graßmann in Bamberg gegründet. Hier wird der LinearSpiegel produziert, weiterentwickelt und vertrieben. Im Dezember 2010 erfolgte die Markteinführung des LinearSpiegels. Der bereits vom Mittelstandspreis der MU Bayern, mit dem Erfinderpreis der HWK Oberfranken und dem weltweiten Nuclear Free Future Award 2011 (Kategorie Lösungen), ausgezeichnet wurde. Ferner wurde die isomorph mit dem LinearSpiegel unter die TOP 10 des intersolar award 2011, Kategorie Solarthermie nominiert und hat die zweite Stufe des Mittelstandspreises der Oskar-Patzelt-Stiftung erreicht.

Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation an der Universität Bayreuth
Innovative und ganzheitliche Dienstleistungen zur Materialeffizienzsteigerung in produzierenden Unternehmen

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- Materialeffizienzsteigerung für den Umweltschutz sowie zur CO2-Reduzierung
- Entwicklung anwendungsnaher Werkzeuge, um Materialeffizienzpotentiale aufzudecken, zu bewerten und umzusetzen.
- Ausarbeitung von Maßnahmen und Umsetzungsstrategien für eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

Bayreuth. Rationalisierungsmaßnahmen in Unternehmen beschäftigen sich meist mit Einsparungen von Beständen, Zeiten und Mitarbeitern. Jedoch liegen in verarbeitenden Unternehmen die Personalkosten bei 20 %, während der Materialeinsatz bereits einen Anteil von knapp 45 % des Bruttoproduktionswertes eines Produktes hat. Die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation berät Unternehmen beim Thema "Potentialanalyse und Umsetzungsbegleitung zur Steigerung der Materialeffizienz in produzierenden Unternehmen". Mittlerweile sind zahlreiche anwendungsnahe Werkzeuge entstanden, um Materialeffizienzpotentiale aufzudecken, zu bewerten und umzusetzen.
Die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation hat im Bereich Materialeffizienzsteigerung innovative Dienstleistungen entwickelt, in der die Materialeffizienzpotentiale im Unternehmen systematisch und ganzheitlich ermittelt, analysiert und bewertet werden. Anschließend werden zukunftsweisende Umsetzungsmaßnahmen aufgezeigt und Verbesserungen im Unternehmen eingeführt. Alle Mitarbeiter werden bei der Auftaktveranstaltung im Rahmen der Potentialanalyse aktiv mit eingebunden. Es werden sowohl die von den Mitarbeitern erkannten Potentiale als auch die, die von den Materialeffizienzberatern aufgedeckt werden, evaluiert. Daraufhin werden die Potentiale anhand der Stücklisten, Produktionszahlen und Ausschussraten quantifiziert, um ein betriebswirtschaftliches Ranking der Potentiale aufzustellen. In der sogenannten Materialeffizienz-Vertiefungsberatung werden detaillierte Maßnahmen und individuelle Umsetzungsstrategien mit dem Unternehmen ausgearbeitet und umgesetzt.
Diese innovativen Dienstleistungen zur Materialeffizienzsteigerung steigern die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. In den Unternehmen, in denen eine Potentialanalyse durchgeführt wurde, wurden im Durchschnitt 2,5 % Materialeinsparungen aufgedeckt, wodurch durchschnittlich ein wirtschaftliches Potential von 150.000 Euro ermittelt wurde. Die Materialeffizienzsteigerung in produzierenden Unternehmen hat ein Potential von 100 Milliarden Euro pro Jahr und kann damit wesentlich zu Umweltschutz und CO2-Reduzierung beitragen.
Mit teilweise neuen Methoden werden nicht nur einzelne Unternehmensbereiche analysiert, sondern das gesamte Unternehmen über die Produktion bis zur Lagerung und zum Versand. Auf Grund der Produktivitätsverbesserung in Großunternehmen durch Prozessinnovationen sollen nun auch in kleinen und mittleren Unternehmen Einsparpotentiale erschlossen werden.
Die Mitarbeiter der Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation haben in den vergangenen drei Jahren etliche Unternehmen vor allem aus Oberfranken bei der Steigerung der Materialeffizienz unterstützt. Unter der Leitung von Dr.-Ing. Stefan Freiberger beraten inzwischen neun Ingenieure verarbeitende Unternehmen. Die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation plant auf dem Gebiet der Materialeffizienzsteigerung ihr Wissen weiter auszubauen und in den kommenden drei Jahren 10 weitere hochqualifizierte Ingenieure einzustellen.

Dr. Schneider Unternehmensgruppe
Entwicklung eines Betätigungssystems

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- Optimierung der Bedienkrafterzeugung im Innenraum eines Fahrzeuges
- magnetisches Bediensystem zur Lenkung des Luftstromes im Fahrzeuginnenraum
- Anwendung sowohl für translatorische und rotatorische Betätigungssysteme als auch im non-automotive Bereich

Kronach. Ein erkennbarer Trend der Automobilentwicklung geht bis in die Details der einzelnen Fahrzeugsysteme. Die Hersteller verlangen neue innovative Ansätze und zugleich qualitativ hochwertige Bauteile. Diese sollen die funktionalen Kundenbedürfnisse erfüllen und gleichzeitig ein Gefühl von hoher Qualität und Anmut vermitteln.
Die Dr. Schneider Unternehmensgruppe hat auf Grund der gestiegenen Anforderungen ein modulares Bediensystem entwickelt.
Bisher wurden kinematische Baugruppen, wie beispielsweise Lüftungsdüsen, mit Blattfedern bzw. Silikoneinsätzen zur Bahnkraft- bzw. Drehmomenterzeugung ausgestattet. Die Reibungskräfte, die hierbei entstehen, sind als Bedienkraft für den Anwender fühlbar. Die Nachteile liegen u.a. im Verschleiß, einer großen Bedienkraftabweichung und in einer gewissen Temperaturempfindlichkeit. Im Rahmen seiner Diplomarbeit hat sich der Absolvent der Hochschule Coburg, Alexander Ring, im Hause Dr. Schneider mit dieser Problematik auseinandergesetzt und Alternativen untersucht. Der 31jährige schloss sein Studium an der Hochschule Coburg in der Fachrichtung Maschinenbau/Fertigungstechnik mit einer Machbarkeitsuntersuchung der Bedienkrafterzeugung durch ein Permanent-Magnetsystem ab. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass sie bereits fünffach patentiert wurden. Sämtliche kinematischen Baugruppen, die eine genau definierte Bedienkraft fordern, können mit Magneten ausgestattet werden. Damit wird ein wertiges Betätigungsgefühl, geringerer Verschleiß, Temperaturunabhängigkeit sowie weniger Geräuschentwicklung erreicht – und das alles ohne den Einsatz von Schmier- oder sonstigen Hilfsstoffen. Gerade im gehobenen Fahrzeugsegment spielen diese Eigenschaften eine wesentliche Rolle.
Das magnetisch unterstützte Bediensystem besteht aus einer Lamelle und einem Schiebeelement, das der Lenkung des Luftstromes im Fahrzeuginnenraum dient. Ein in der Lamelle verankerter Permanentmagnet gleitet auf einer abgewinkelten, beschichteten Metallschiene.
Diese Entwicklung kann sowohl für geradlinige als auch Drehbewegungen genutzt werden. Das Grundprinzip dieser Bedienkrafterzeugung könnte ebenso für andere Anwendungen im non-automotiven Bereich (z. B. Schubladendämpfer in der Möbelindustrie oder Drehregler im Multi-Media-Bereich) zum Einsatz kommen.
Die Entwicklung des Betätigungssystems wurde im August 2010 von Alexander Ring fertig gestellt. Im Januar 2012 ist die Markteinführung des Produkts geplant. Der ehemalige Diplomand der FH Coburg arbeitet mittlerweile als Konstrukteur bei der Dr. Schneider Unternehmensgruppe.
Bei der Innovation war die FH Coburg (Prof. Dr. Perseke) maßgeblich beteiligt. Zu den Fachgebieten von Prof. Dr. Perseke gehören unter anderem Produktentwicklung und –management und Innovationsmanagement.
Alexander Ring wurde vom größten technisch-wissenschaftlichen Verein Europas, dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), für seine herausragende Diplomarbeit ausgezeichnet.
Zum Unternehmen:
Die Dr. Schneider Unternehmensgruppe ist Spezialist für hochwertige Kunststoffprodukte rund um das Automobil – vom innovativen Belüftungssystem bis zu hoch integrierten Innenverkleidungen sowie ästhetisch wie funktional anspruchsvollen Modulen für Instrumententafeln und Mittelkonsolen. Dr. Schneider ist ein weltweit gefragtes Zulieferunternehmen für Premium-Automobilindustrie und deren direkte Lieferanten. Zum anspruchsvollen Kundenkreis des Unternehmens gehören u.a. Audi, BMW, Daimler und Jaguar/Landrover sowie Magna und Johnson Controls. Das 1927 gegründete Familienunternehmen produziert an den deutschen Standorten Neuses, Tschirn und Judenbach sowie international in den Werken Valencia/Spanien, Sao Paulo/Brasilien, Howell/USA und Radomierz/Polen. In Shanghai/China ist die Dr. Schneider Unternehmensgruppe mit einem eigenen Vertriebs- und Sourcingbüro präsent. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 2.700 Mitarbeiter. Der Gruppenumsatz lag 2010 bei rund 280 Millionen Euro. Die Geschäftsführer des Unternehmens sind Klaus Fricke (Vorsitz) und Wilhelm Wirth.

Fa. REHAU
RAUKANTEX laser edge

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- Lasertechnologie in der Kantenverarbeitung revolutioniert die Möbelbranche und wird als die Zukunftstechnologie angesehen
- Mit der Entwicklung der RAUKANTEX laser edge bietet REHAU als erster Anbieter am Markt eine innovative, rein polymere Kantenlösung für diese Technologie an.
- RAUKANTEX laser edge schafft eine dauerhafte und fugenlose Verbindung zwischen Kante und Platte.
- In der Kantenverarbeitung kann vollständig auf Klebstoff verzichtet werden.
- Es entsteht eine dauerhafte, optische  und funktionale Nullfuge, was u.a. die Wärme- und Feuchtigkeitsbeständigkeit der fertigen Platten erhöht.

Rehau. Bei der herkömmlichen Kantenverarbeitung werden Kante und Platte verklebt. Die Kanteninnovation RAUKANTEX laser edge der Firma REHAU AG + Co wurde speziell für das Verfahren der Laserverschweißung von Kantenwerkstoffen entwickelt und ermöglicht es, in der Kantenverarbeitung vollständig auf Klebstoff  zu verzichten. Als erstes Unternehmen weltweit bietet REHAU eine rein polymere Lösung an.  Beim Laserschweiß-Verfahren wird die rückseitige, polymere Funktionsschicht des Kantenbandes im Verarbeitungsprozess durch einen hocheffizienten  Laser dauerhaft und fugenlos mit der Trägerplatte verschweißt. Die dadurch entstehende Nullfuge vermittelt den Eindruck eines vollwertigen Materials der bekanteten Platte mit neuartigen Eigenschaften bezüglich Design und Funktionalität des Möbelstücks.
Da mit dieser Innovation keine Schmelzklebstoffe mehr eingesetzt werden müssen, fallen auch die nachteiligen Gebrauchsmerkmale wie Verschmutzung und Vergilben weg. Darüber hinaus erhöht der Einsatz  der RAUKANTEX laser edge die Wärme- und Feuchtigkeitsbeständigkeitder fertigen Bauteile und sorgt so für einen Quantensprung in Sachen Qualität. Mit der innovativen Lasertechnologie lassen sich außerdem noch Kosteneinsparungen bei Materialien und Prozessschritten realisieren, da sich sowohl Wartungsaufwand als auch Rüstzeiten deutlich verringern.
Das Unternehmen mit über 2.100 Beschäftigten am Stammsitz hat bereits Millionen Meter der RAUKANTEX laser edge verkauft. Die Fertigung dieses Produktes findet hauptsächlich am Standort Rehau statt, wodurch die Region Oberfranken als Wirtschaftsstandort profitiert.

Sonderpreise gehen an

Hochschule Coburg
The Cloud

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Coburg. Karl Grassl, Student im Studiengang Innenarchitektur an der Hochschule Coburg, wird für seine Produktinnovation "The Cloud" von der Jury mit einer Sonderauszeichnung gewürdigt. Der Student hat unter Beteiligung des Innovationszentrums Lichtenfels e.V. ein innovatives Sitz-Liege-Möbel entwickelt.
"Ein Platz zum Verweilen, eine Insel im Alltag." So beschreibt der Entwickler seine Rattanmöbel. Das Möbel besteht zu 100 % aus Rattan unterschiedlicher Stärke. Die Flechttechnik "crazy weaving" macht die Entwicklung einzigartig, ohne den traditionellen Flechtmöbeln zu ähneln.
Das Möbel kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich nach einer entsprechenden Oberflächenbehandlung eingesetzt werden. Rattan zählt auf Grund seiner Eigenschaften schnell wachsend und kompostierbar zu den ressourcenschonenden Rohstoffen.
Karl Grassl studiert an der Hochschule Coburg (Fakultät Design) Innenarchitektur. Die Grundidee hatte er bereits im ersten Semester: aus dem Experiment Obstschale aus Rattan zu Beginn wurde ein Sitzelement. Nachdem er sich Gedanken zu Stabilität und Konstruktion gemacht hatte, folgte im Jahr 2009 die Fertigstellung.
Das Innovationszentrum Lichtenfels e.V. ist Kooperationspartner der Hochschule Coburg. Es steht den Studenten als „Entwicklungslabor“ zur Verfügung. Darüber hinaus entwickelt es für Städte und Gemeinden innovative Konzepte und Produkte in Kooperation mit Hochschulen, Fachschulen,  Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

Thomas Ochs Gitarrenbau
True Acoustic Bass Guitar

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Kemmern. Die Jury zeichnete die Innovation "True Acoustic Bass Guitar" von Thomas Ochs mit einem Sonderpreis aus. Bei der Innovation handelt es sich um eine akustische Bassgitarre, die durch konstruktive Veränderungen sowohl in klanglicher Hinsicht als auch in Lautstärke und Klangdauer allen bisherigen akustischen Bassgitarren überlegen ist.
Die herkömmlichen akustischen Bassgitarren können sich im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten ohne zusätzliche elektrische Verstärkung nicht durchsetzen und sind dadurch vom Zuhörer kaum wahrnehmbar. Der Einsatz eines Tonabnehmers verfremdet aber den akustischen Klang des Instruments. Die Innovation von Thomas Ochs ermöglicht es dem Musiker unverstärkt, ohne Verfremdung des Klanges durch Tonabnehmer und Verstärker mit anderen akustischen Instrumenten zusammenzuspielen.
Die Durchsetzungsfähigkeit der True Acoustic Bass Guitar wird nicht durch eine extreme Vergrößerung des Instruments sondern durch eine physikalisch durchdachte Konstruktion erreicht. Diese neue Bassgitarre weist fünf wesentliche Veränderungen gegenüber handelsüblichen Bassgitarren auf. Das Schallloch wird geteilt und im Seitenteil und im "Cut-Away" platziert. Dadurch vergrößert sich die schwingfähige Deckenfläche um circa 33 %. Die sonst übliche "Kreuzbeleistung" auf der Innenseite der vorderen Platte wird durch eine asymmetrische, radial angelegte Beleistung ersetzt. Daher wird es der Decke ermöglicht, je nach Anregungsfrequenz eine optimale Schwingungsform anzunehmen und so eine große Bandbreite von Frequenzen abzustrahlen. Die Decke besteht aus dem Laminat zweier sehr dünner Fichtenplatten mit einer Mittelschicht aus Aramidwabengewebe, wodurch das Gewicht reduziert wird und die Resonanzfähigkeit der Decke verbessert wird. Das Rückteil des Instruments wird nicht versteift, sondern ebenfalls schwingfähig ausgearbeitet. Zusätzlich beeinflusst ein Bassreflexrohr die für die Bassabstrahlung wichtige Hohlraumresonanz des Instruments.
Die Bassgitarre ist nicht viel größer als eine Akustikgitarre und ist dadurch auch für den täglichen Einsatz geeignet.
Für das Ein-Mann-Unternehmen von Thomas Ochs ergibt sich auf Grund des Alleinstellungsmerkmals die Möglichkeit, weltweite Aufmerksamkeit in den Fachmedien und bei professionellem Klientel zu generieren.

Oesterlein, Martin
HTMSS (Heated Traffic Mirror Safety System) - Das innovative Sicherheitssystem an Verkehrsspiegeln

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Küps. Ab Mitte September bis weit ins Frühjahr hinein können die herkömmlichen Verkehrsspiegel am Straßenrand dem Autofahrer keine Hilfe bieten, denn sie beschlagen durch kondensierendes Wasser in den Abendstunden oder vereisen zusammen mit Schneeverwehungen im Winter. Die Entwicklung von Martin Oesterlein gewährleistet durch ein intelligentes, innovatives Sicherheitssystem die Nutzbarkeit des Verkehrsspiegels durch frühzeitiges Erkennen und Beseitigung solcher Sichtbeeinträchtigungen.
Dank Heizelemente auf der Rückseite ist für den Autofahrer gerade auch bei schlechten Witterungsverhältnissen allzeit freie Sicht gewährleistet. Im System ist ein intelligenter Verkehrsleitpfosten integriert, der es dem Autofahrer ermöglicht die Verkehrslage im oft sehr unübersichtlichen und verzerrten Spiegelbild bedeutend sicherer einschätzen zu können. In einigen Metern Abstand zum Spiegel am Straßenrand aufgestellt, dient er den Verkehrsteilnehmern als sicherer Referenzpunkt.
Der Verkehrsleitpfosten leuchtet nachts und schaltet bei Nebel dynamisch hellere LEDs zu. Das System kann auch außerhalb von Ortschaften eingesetzt werden, da es komplett autonom über Solarpanels versorgt wird.
Die mitunter eigens entwickelten Sensoren erfassen zahlreiche Parameter der Spiegelfläche und sind trotzdem für den Autofahrer nicht sichtbar. Sowohl höchste Energieeffizienz als auch eine sichere Funktionsweise zeichnet diese Innovation aus. Die spezielle Sensorik ermöglicht ein einfaches Nachrüsten an fast alle Verkehrsspiegel ohne diese austauschen zu müssen - ein entscheidender wirtschaftlicher Vorteil.
Die Grundidee hatte Martin Oesterlein im Dezember 2007. Bis zur Fertigstellung dauerte es dann drei Jahre. Er wurde dieses Jahr bereits mit dem 1. Platz beim Regionalwettbewerb Jugend forscht in Oberfranken und mit dem 2. Platz beim Landeswettbewerb Jugend forscht Bayern ausgezeichnet.